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"Das kann doch nicht wahr sein!"

( Meinungsäußerung von Irina Szarvasy zur Konstituierung der
Gemeindevertretung)

Das war mein erster Gedanke, als ich am Freitag Morgen die kurze Information über die
konstituierende Sitzung der Gemeindevertretung in Hoppegarten las. Da hatten nun im
Vorfeld dieser Sitzung auf Einladung der LINKEN Gespräche mit Vertretern der beiden
zweitstärksten Fraktionen (CDU und Grüne) stattgefunden, man hatte sich geeinigt, dass
es einen gemeinsamen Kandidaten für den Vorsitz geben sollte: Kay Juschka von der
CDU. Daran hatten sich alle gehalten. Schließlich gab es ein Ziel: dafür zu sorgen, dass
die Gemeinsamkeiten der Wahlprogramme zum Wohl unserer Gemeinde gestärkt und der
Einfluss der AfD in Grenzen gehalten werden sollte. Aber dann ging es um die
Stellvertreter. Als stärkste Fraktion, mit immerhin einem Viertel der Gemeindevertreter,
hatte DIE LINKE die erfahrene und langjährige Abgeordnete Ruth Schaefer nominiert. Und
da war es dann offenbar vorbei mit dem Bündnis gegen Rechts, das gerade drei Tage
zuvor in Görlitz den ersten AfD-Bürgermeister verhindert hatte.
Ausgerechnet in Görlitz, der Hochburg der AfD-Wähler, hatte man es geschafft, aber hier,
vor den Toren Berlins, in unserer traditionell eher links ausgerichteten Gemeinde, wurde
ein AfD-Mann zum ersten Stellvertreter des Vorsitzenden der Gemeindevertretung
gewählt! - Wie war das möglich?
Sieht man sich die Zusammensetzung der GV an, wird klar, dass die drei großen
Fraktionen (LINKE, CDU/FDP und Grüne) mit zusammen 18 Mitgliedern (plus
Bürgermeister) eine deutliche Mehrheit haben. Wenn sich also ein Kandidat der AfD
gegen die Kandidatin der LINKEN durchsetzt, geht das nur mit Stimmen aus den Reihen
von CDU/FDP und Grünen. Und da ein gewählter Gemeindevertreter sicher nicht wie Herr
Sonneborn im EU-Parlament einfach nur abwechselnd mit "Ja" und Nein" stimmt, sondern
gut fundierte sachliche Gründe für seine Entscheidungen hat, begann ich zu
recherchieren. Irgendeinen Grund muss es geben. - Vielleicht in den Parteiprogrammen?
Da wäre zum Beispiel unsere Lebensgrundlage, die Umwelt: alle etablierten Parteien
sehen den Klimaschutz als eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit. - Nur die AfD hält
Klimaschutz für einen Irrweg und ist gegen den Pariser Klimaschutzvertrag und alle
entsprechenden EU-Maßnahmen.
Und mit den Vertretern so einer Politik arbeiten Grüne zusammen? Kann eigentlich nicht
sein, zumal auf der Homepage des Bundesvorstands steht: "Seit dem Einzug der AfD in
die Landesparlamente habe sich der Druck auf demokratische zivilgesellschaftliche
Projekte weiter erhöht. Durch die politischen Diffamierungskampagnen geraten
zivilgesellschaftliche Organisationen zunehmend unter Druck, da sie aufreibende Kämpfe
um ihre Finanzierung und somit ihren Fortbestand führen müssten..."

Ach ja, die Wahl der Stellvertreter des Vorsitzenden des Gemeinderats war doch geheim...
Vielleicht haben die Grünen geschlossen dagegen gestimmt und nur die Anderen dafür?
Rechnerisch möglich, gerade so: 28 anwesende Mitglieder der GV minus 7 der LINKEN
Fraktion, minus Bürgermeister, minus 4 Grüne, - bleiben 16. - 14 haben für den AfD-
Stellvertreter gestimmt...
Aber wie passt das zur Einschätzung der CDU-Spitze, dass es sich bei der AfD um eine
Partei handelt, "die rechtsextremes Gedankengut, Antisemitismus und Rassismus in ihren
eigenen Reihen bewusst duldet"
und ganz konkret "Wer die AfD unterstützt, muss wissen,
dass er damit bewusst auch rechtsradikalen Hass und Hetze, extreme Polarisierung und
persönliche Diffamierungen in Kauf nimmt."
- so steht es auf der Homepage des CDU-Bundesvorstands.
...und dann gibt es noch die entsetzten Äußerungen mehrerer Mitglieder der
Gemeindevertretung, die nicht zu den Fraktionen von CDU/FDP und Grünen gehören und
sich in persönlichen Gesprächen dazu bekannt haben, dass sie für die Kandidatin der
LINKEN gestimmt haben.
Man kann es drehen und wenden, wie man will, ohne die Unterstützung der Grünen und
der CDU/FDP wäre diese Wahl nicht möglich gewesen. Und so mutet die Androhung
eines presserechtlichen Verfahrens durch Christian Arndt als Fraktionsvorsitzender der
Grünen in Hoppegarten gegen die Meinungsäußerung von Renate Adolph auf der
Homepage des Ortsverbandes der LINKEN irgendwie an, wie das Aufstampfen von
Rumpelstilzchen. Mein Enkel sagte spontan: "Getroffene Hunde bellen!" -
Zwei Fragen noch an Herrn Arndt: Was hatten Sie am Vorabend der konstituierenden
Sitzung der GV so Wichtiges mit dem AfD-Vertreter Maurice Birnbaum zu besprechen,
dass Sie nicht bis zum Ende an der Sitzung des Ortsbeirats Hönow teilnehmen und Ihren
Aufgaben als gewähltes Mitglied des Ortsbeirates nachkommen konnten? Und warum
taucht auf Ihrer Seite der Homepage des Kreisverbandes der Grünen nicht einmal ein
Begriff wie Umwelt- oder Klimaschutz auf, sondern "Ich wähle grün, weil ich meiner
Familie, vor allem meinen Kinder(-n - Anm. d. Verfassers) ein intaktes Wohnumfeld
gestalten und schenken möchte, reich an Natur, reich an Bildungs- und
Freizeitmöglichkeiten, reich an Familienfreundlichkeit, reich an
Mitgestaltungsmöglichkeiten für Jung und Alt."
-
Obwohl: eigentlich passt das für mich nahtlos in das Gesamtbild - von Herrn Arndt, nicht
von den Grünen... - Eigentlich sehr schade!
Gemeinsam könnten wir so viel bewegen für alle Bürger unserer schönen Gemeinde.
Kommunalpolitik muss sich an Sachthemen orientieren, und dazu ist die Zusammenarbeit
aller demokratischen Kräfte nötig. Deshalb hat DIE LINKE gleich nach der Wahl den
Dialog mit den Abgeordneten von CDU und Grünen gesucht. Gemeinsam sind wir stark,
ein Gegeneinander kann uns nur schwächen und leistet letztendlich dem
Rechtsextremismus Vorschub! Und persönliche Interessen, auch eventuelle
Freundschaften mit AfD-Vertretern, dürfen dabei keine Rolle spiele

Das ist meine Meinung!

 

Irina Szarvasy, Hönow


 


 


L33 endlich fertig stellen

Bundestagskandidat Niels-Olaf Lüders spricht vor der rbb-Kamera an der langjährigen Baustelle Altlandsberger Chaussee (L33) in Eggersdorf aus, was viele Einwohner aufregt: „Im nahegelegenen Grünheide wird für Tesla vom Land alles möglich gemacht und hier zieht sich die Fertigstellung der Straße endlos in die Länge. Die Verzögerungen führen zu zusätzlichen Umwelt- und Straßenschäden, kosten mehr Steuergelder und belasten Anwohner und Natur unnötig.“

 

„Offene Worte“ sprach mit Niels-Olaf Lüders

Warum willst Du als LINKER in den Bundestag?

Es kann so nicht weitergehen. Die soziale Spaltung nimmt weltweit und auch in unserem Lande zu. Dass in Deutschland inzwischen 2,8 Millionen Kinder in Armut leben, ist das Resultat der angeblich „alternativlosen“ Politik der CDU/CSU-geführten Regierung. Sehr viele Menschen werden völlig chancenlos abgehängt und fristen ein unwürdiges Dasein. Und einige Wenige leben, wie die Made im Speck. Unsere Erde wird ohne Rücksicht auf nächste Generationen ausgebeutet, um Profite immer weiter zu steigern. Gewalt, Krieg und eine nie dagewesene Entwurzelung von Menschen sind die Folge.

Wie kann ein dekadenter Milliardär, der sich ohne Rücksicht auf das Klima zum Spaß in den Weltraum schießen lässt, einem hungrigen und kranken Kind, das seine Heimat verloren hat, in die Augen sehen? Ich könnte das nicht übers Herz bringen. Ich möchte für mein Kind und für alle Kinder eine bessere Welt. Es bedrückt, dass eigentlich genug da ist, um für alle ein würdiges und glückliches Leben zu schaffen und dass das derzeit „nicht geht“, weil einige Wenige den Hals nicht voll genug kriegen. Es gibt und es braucht tiefgreifende Alternativen zu diesem irrwitzigen Tanz auf dem Vulkan, der viel Leid verursacht. Wir müssen all dem endlich Einhalt gebieten. Dazu ist eine starke Linke notwendig, nicht nur im Bundestag sondern weltweit. Denn wir Linken sind die Einzigen, die diese himmelschreienden Ungerechtigkeiten wirklich an der Wurzel anpacken.

Für welche konkreten Ziele willst Du Dich im Bundestag einsetzen?

Ich halte es für wichtig, zunächst einmal ganz pragmatisch alles Machbare zu tun, um die derzeitige soziale Schieflage zumindest zu verringern. Das sind wir den Menschen, die sich nach einem würdigen Leben sehnen, schuldig. Daher möchte ich mich gemeinsam mit meiner Fraktion zum Beispiel einsetzen für einen Mindestlohn von 13 Euro, für gleichen Lohn und gleiche Renten in Ost und West (Mindestrente 1200 Euro ab 65), 500 Euro mehr Gehalt für Pflegekräfte, für einen bundesweiten Mietendeckel und deutlich mehr sozialen Wohnungsbau. Gleichzeitig müssen Millionäre wieder Vermögenssteuer zahlen. Statt in Aufrüstung und sinnlose Auslandseinsätze sollten wir in eine gute und gerechte Bildung für alle investieren. Aber ich möchte mich auch intensiv an den dringend nötigen politischen Diskursen im Parlament und außerhalb beteiligen, wie die Wirtschaft so umgestaltet werden kann, dass sie zukunftsfähig wird und wir nicht weiter wie die Lemminge auf den Abgrund zu rennen. Es geht u. a. um die Zurückholung staatlicher Daseinsvorsorge in öffentliche Hände (Gesundheit, Bildung, Verkehr, Energieversorgung etc.), um neue und progressive Rechtformen für Unternehmen, um eine Beendigung des Finanzcasinos an den Börsen, um wirkliche Steuer- und Leistungsgerechtigkeit und die Trockenlegung des Sumpfes des Lobbyismus. Die Wirtschaft muss dem Gemeinwohl dienen und nicht umgekehrt.

 

Wie willst Du in Deinem Wahlkreis 59 als Abgeordneter wirksam werden?

Jede Initiative, die überkommene Denkmuster des bisherigen Wirtschaftens aufbricht, kann mit meiner vollen Unterstützung rechnen. Damit meine ich ausdrücklich auch die Landwirte in unserer Region, die auch vor großen Herausforderungen stehen. Denken wir nur an steigende Bodenpreise zugunsten landwirtschaftsfremder Investoren, die zu verhindern sind. Regionale Kreisläufe vom Hersteller bis zum Verbraucher gilt es zu befördern.

Mir liegt der Gemeinsinn sehr am Herzen. Die Menschen, die hier leben, sollen sich begegnen, sich füreinander interessieren und im besten Falle einander helfen. Dafür ist auch die Kultur wichtig, die in den vergangenen Monaten sträflich von der Politik vernachlässigt wurde. Ich werde mich für den Ausbau von Bus- und Bahnverbindungen einsetzen als wirkliche Alternative zum Auto. Zum jetzigen Zeitpunkt halte ich eine CO²-Abgabe für grundfalsch. Es kann nicht angehen, den Bürgerinnen und Bürgern die Verantwortung für die Klimawende aufzubürden, während die großen Unternehmen und die Superreichen, weiter nur an ihre Profite und ihr rücksichtsloses Luxusleben denken.

www.niels-olaf-lueders.de

 


 


Wahlpositionen genau anschauen

Erstes Podiumsgespräch mit Direktkandidaten

 

Sechs Wochen vor der Bundestagswahl trafen sechs Direktkandidaten des Wahlkreises 59 (Märkisch-Oderland und Barnim II) erstmals in einem Podiumsgespräch aufeinander. Bei dem PolitBrunch am Sonntagvormittag im Rathaus Bernau diskutierten Niels-Olaf Lüders (LINKE), Kim Stattaus (Grüne), Simona Koß (SPD), Dr. Sabine Buder (CDU), Mirko Dachroth (FDP) und Lars Günther (AfD) auf Einladung der Agentur Ehrenamt sehr rege miteinander.

Niels-Olaf Lüders äußerte sich anschließend sehr verwundert, dass die von ihm angesprochene Tatsache einer sozialen Spaltung in der Gesellschaft, der Notwendigkeit von Chancengleichheit für alle, von mehr Geld für Bildung und Pflegepersonal bei der Wahlveranstaltung mit Bürgerinnen und Bürgern auch von Vertretern der konservativen Parteien zugestimmt wurden. Kommen doch in deren Parteiprogrammen solche Forderungen kaum vor oder stehen ihnen sogar entgegen.

Ebenso hielten auch die meisten Kandidaten, ausgenommen Berufsoffizier Mirko Dachroth, die von Lüders kritisierten Auslandseinsätze und Rüstungsexporte der Bundesrepublik für unnötig.

Die von der CDU-Kandidatin bekundete Ablehnung des Profitstrebens im Gesundheitswesen, empfand Lüders gar als „Hammer“. Denn Ihre Partei hätte das ursprünglich nicht privatisierte Gesundheitswesen doch genau dahin gebracht und zeige bis heute nicht die geringste Einsicht in diesen Fehler. Gesundheit müsse einzig der Gesundheit der Menschen dienen, so der Kandidat der LINKEN.

Es sei doch ein Trauerspiel und nichts Erfreuliches, wenn sich nicht einmal Kandidat*innen der konservativen Parteien trauten, angesichts der so offensichtlichen sozialen und ökologischen Missstände, die Positionen ihrer eigenen Parteien öffentlich zu vertreten. Wie würden sie sich dann später im Parlament bei Abstimmungen zu diesen Fragen verhalten? „Nichts gegen geringfügige Abweichungen der persönlichen Meinung vom Parteiprogramm. Aber welche inhaltlichen Konzepte für die Zukunft sollen die Wähler*innen bei so viel programmatischer Unschärfe und Ziellosigkeit denn erwarten? Wir brauchen dringend Konzepte für die Zukunft, die die drängenden Probleme wirklich anfassen“, unterstrich Lüders nach der Veranstaltung.

In der Diskussion zum Ansinnen der Grünen, ein Ministerium zur Klimaschutzkontrolle des Parlaments einzuführen, favorisierte Lüders seinen Ansatz, von der Kommune bis hin zur Bundesebene Entscheidungen vielmehr von kontrollierenden Bürgervertretungen überprüfen zu lassen.

Er machte noch einmal deutlich, dass das Thema Klima stets im Zusammenhang mit der sozialen Frage in Betracht gezogen werden müsse.

Die Vertreter der LINKEN; Grünen und SPD waren sich einig, dass Großverdiener stärker bei der Besteuerung im Interesse des Gemeinwohls und zur Bewältigung der enormen Corona-Ausgaben zur Kasse gebeten werden sollten.



 

Uwe Salzwedel ist Landrats-Kandidat der LINKEN

Foto: Edgar Nemschok

Die Mitglieder der LINKEN Märkisch-Oderland haben am 28. Mai Uwe Salzwedel als ihren Kandidaten für die diesjährigen Landratswahlen gewählt. Als einziger Bewerber erhielt der langjährige Vorsitzende der Linksfraktion im Kreistag bei einer Wahl-Veranstaltung in Rehfelde über 98 Prozent der Stimmen, bei einer Enthaltung.

„Wenn die LINKE es ernst meint mit der sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Gerechtigkeit, dann muss sie auch Gestaltungswillen wahrnehmen. Das sind wir den Schwächsten in dieser Gesellschaft schuldig“, begründete der 59-Jährige seine Entscheidung, sich dem Votum der Wähler am 26. September zu stellen. Es mache schon einen Unterschied vor allem im sozialen Bereich, wer das Sagen hat, auch auf Kreisebene.

In den vielen Jahren als Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses im Kreistag habe er unmittelbar beobachten können, wie auch in Märkisch-Oderland die Schere zwischen arm und reich weiter auseinander ging. Es bestehe hoher Bedarf, besonders benachteiligten Kindern und Jugendlichen auch als Landkreis zu helfen. An Gymnasien gäbe es beispielsweise keine Schulsozialarbeiter, die aber dringend benötigt würden. Auch Schulpsychologen werden zunehmend gebraucht, berichtete der Lehrer für Geschichte und Recht am Gymnasium in Rüdersdorf. DIE LINKE setze sich seit Jahren für eine beitragsfreie Schülerbeförderung in MOL ein. Aber auch an die Älteren müsse mehr gedacht werden: an ausreichendes Pflegepersonal und mehr Pflegeeinrichtungen, an mehr Ärzte in entlegenen Gebieten, an gut getaktete Verbindungen im Öffentlichen Nahverkehr zum Beispiel. Neue Kitas und Schulen würden auch zunehmend in den entfernteren Regionen benötigt, unterstrich Salzwedel.

Zudem möchte er Änderungen im demokratischen Umgang miteinander innerhalb und außerhalb des Landratsamtes herbeiführen. Ideen aus den Ausschüssen und Gremien sollten künftig stärker in Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

Für all das bringt Uwe Salzwedel geeignete Voraussetzungen mit: Er ist gut vernetzt und weiß „wie der Hase läuft“ in Märkisch-Oderland. Schließlich ist er seit 1989 kommunalpolitisch tätig, zunächst in der Gemeindevertretung Rüdersdorf und seit 1998 im Kreistag.


 


Impulse-Interview mit Uwe Salzwedel

Die LINKEN in Märkisch-Oderland wählen Ende Mai ihren Kandidaten für die Landratswahl am 26. September. Einziger Kandidat ist ihr langjähriger Fraktionsvorsitzender im Kreistag, Uwe Salzwedel. Er ist 59 Jahre alt und als Lehrer für Geschichte und Recht am Gymnasium in Rüdersdorf tätig.

Mit ihm sprach Renate Adolph.

Warum sollte ein Linker an der Spitze des Landratsamtes stehen?

Wenn die Linke es ernst meint mit der sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Gerechtigkeit, dann muss sie auch Gestaltungswillen wahrnehmen. Das sind wir den Schwächsten in dieser Gesellschaft schuldig. Es macht schon einen Unterschied, wer die Verantwortung trägt, vor allem im sozialen Bereich und auch auf Kreisebene. Das beweisen u. a. Entscheidungen im Kinder- und Jugendbereich oder im Umgang mit Geflüchteten. Seit Jahren setzen wir uns beispielsweise für eine beitragsfreie Schülerbeförderung ein.

Wir müssen zeigen, dass wir willens sind, aktiv zu verändern und nicht nur als Opposition Missstände anzuprangern. Wenn sich die Möglichkeit bietet, gestalterisch an die Spitze zu treten, sollten wir das nutzen. Einer solchen Aufgabe stelle ich mich als Kandidat der Linken. Dabei geht es weniger um die Person, sondern um die Verantwortung der Linkspartei.

 

Welche Voraussetzungen bringst Du in eine so wichtige Position für die Geschicke des Landkreises mit?

Begonnen hat mein kommunalpolitisches Engagement 1989 in der Gemeindevertretung Rüdersdorf. Seit 1998 gehöre ich dem Kreistag an. Sich für den Landkreis im „Kreisparlament“ einzusetzen, ist eine reizvolle Aufgabe. Analog gilt das auch für die Tätigkeit als Landrat, um von der Verwaltungsseite aus aktiv werden zu können. In den vielen Jahre als Abgeordneter, in meiner jetzt zweiten Wahlperiode als Fraktionsvorsitzender und als langjähriger Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses erhielt ich viele Einblicke in das Handeln der Verwaltung.

Ich möchte Änderungen im demokratischen Umgang miteinander innerhalb und außerhalb des Landratsamtes herbeiführen. Dabei kann ich auf meine Verbundenheit und auf eine gute Vernetzung in der Region zurückgreifen. Zugleich erwarb ich mir Erfahrungen im qualifizierten Umgang mit gewählten Vertretern auch anderer Parteien sowie in Kompromissbereitschaft und kollektiver Führung. Natürlich bin ich politisch, kulturell und sportlich interessiert.

 

Was willst Du konkret verändern?

Vorab, Gernot Schmidt (SPD), ist vor 16 Jahren auch mit den Stimmen unserer Linksfraktion zum Landrat gewählt worden. Er hat gemeinsam mit den demokratischen Kräften des Kreistages viele richtige Entscheidungen mitgetragen oder auch sogar initiiert. Erinnert sei an den Erhalt der Krankenhauslandschaft in kommunaler Hand und an die Gestaltung des Rettungswesens. Aber nach 16 Jahren sind Abriebeffekte erkennbar. Hier würde ich gern verändernd wirken wollen. Die Mitarbeiter der Verwaltung müssen als Fachleute stärker in Gestaltungsprozesse einbezogen werden. Die Verwaltungsspitze agiert oft autoritär und wenig transparent. Ein erster Schritt wäre es, wenn die Kommunikation der Verwaltungsspitze wieder im Sinne gemeinsamer Problemlösungen und nicht im Sinne der Machtausübung erfolgen würde. Beispielhaft sei der Umgang mit den freien Trägern in Jugend- und Sozialbereich erwähnt. Hier gilt es wieder ein gemeinsames Agieren zum Lösen vorhandener Probleme herbeizuführen. Die Träger werden zurzeit in die Rolle der Dienstleister gedrängt und nur bedingt als Partner angesehen.

Zudem sollten Ideen aus den Ausschüssen und Gremien stärker in Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

 

Ehrung für 75jährige Parteimitgliedschaft

von Dr. Willi Paubel

Wie freute sich Dr. Willi Paubel als er zu seinem 75jährigen Parteijubiläum eine Urkunde der Linkspartei, unterzeichnet vom Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler, überreicht bekam. Das Datum der Übergabe des Dokumentes und eines großen Blumenstraußes legte die Ortsvorsitzende der LINKEN Hoppegarten, Renate Adolph, ganz bewusst auf den 21. April. Schließlich hatten sich an diesem Tag SPD und KPD vor 75 Jahren im Osten Deutschlands vereinigt.

Der heute 96-jährige Genosse Paubel war nach schrecklichen Kriegserlebnissen bereits Ende 1945 als Abiturient in die SPD eingetreten, um mitzuhelfen, das Land wieder aufzubauen. Aktiv setzte er sich in der Partei und im beruflichen Leben als Postangestellter und in leitender Tätigkeit im Ministerium für Post- und Fernmeldewesen der DDR für ein besseres Leben der Menschen ein und erwarb sich große Anerkennung.

Noch immer liest er täglich in seiner Wohnung in Hoppegarten das „nd“ und verfolgt aufmerksam das politische Geschehen. Mit einem zusätzlichen Soli-Abo von 100 Euro unterstützt er monatlich das Fortbestehen seiner so wichtigen kritischen und objektiven Zeitung.


 


 

Die Ortsvorsitzende Renate Adolph beglückwünschte Genossen Dr. Willi Paubel

Aktive Hilfe für Geflüchtete in katastrophalen Lagern

Linke aus Hoppegarten spendeten für Flüchtlinge in Griechenland und Bosnien-Herzegowina 470 Euro. Damit folgten sie einem Aufruf des Vereins „Wir packen`s an“, der Ende April erneut von Bad Freienwalde aus, Hilfsgüter in Flüchtlingslager bringen wird, um dort die katastrophalen Lebensbedingungen der Menschen etwas zu lindern.

„Schockierten uns vor kurzem noch Bilder von barfüßigen Menschen im Schnee, die bitterlich froren, so müssen wir damit rechnen, dass Geflüchtete in Südeuropa bald wieder schutzlos unter der Sommerhitze leiden werden“ mahnte Andreas Steinert, Vereinsvorsitzender von „Wir packen’s an“. Zu erwarten seien wie im zurückliegenden Jahr stinkende Fäkalien zwischen den Zelten, mangelnde Hygiene, fehlende Sommerbekleidung, Hitze in den Zelten.

Steinert freute sich, dass auch der 1. FC Union Berlin sein Fanhaus für Sachspenden zur Verfügung stellt und das Bezirksamt Treptow-Köpenick die aktuelle Aktion des Berlin-Brandenburgischen Hilfsvereins unterstützt. Weitere Infos unter:

www.wir-packens-an.de

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Kontakt:

zu Olaf Lüders

Web-Seite: www.niels-olaf-lueders.de

Facebook:  www.facebook.com/nielsolaf.luders

Lesen Sie seinen Beitrag zum Umgang  mit Geflüchteten
Im Kreis Märkisch-OderLand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 


 

Stand der Spendenaktion

Linke spenden für Tafel Hoppegarten

520 Euro haben Mitglieder und Freunde der LINKEN für die Tafel in Hoppegarten gespendet. „Die Ausgabestellen benötigen für die Verteilung von Lebensmitteln in der gegenwärtig angespannten Zeit der Corona-Pandemie dringend Unterstützung. Schließlich sind immer mehr Bedürftige auf Hilfen von den Tafeln angewiesen, vor allem Senioren und Kinder“, betonte Ortsvorsitzende Renate Adolph.

Lebensmittelspenden von Supermärkten seien zurückgegangen. Zudem habe die Bundeagentur für Arbeit Hilfskräfte, die als zeitweilige Arbeitsgelegenheiten bei den Tafeln tätig waren, bis auf weiteres abberufen. Einige der vorübergehend Beschäftigten helfen weiterhin und verzichten dabei auf ihre ohnehin niedrige Entlohnung. Die Zahl der Menschen, die die Essensangebote regelmäßig in Anspruch nehmen, sei bundesweit innerhalb eines Jahres um zehn Prozent gestiegen. Gerade in den ostdeutschen Bundesländern seien es immer mehr Menschen, die ohne diese Hilfen nicht über den Monat kommen. Die Nachfrage erhöhe sich immens – auch in Brandenburg. Das sei in einem der reichsten Länder der Welt eine Schande.

Mitglieder des Vorstands

von links nach rechts

Klaus Otto , Dr. Günter Halt, Renate Adolph, Dr. Frank Galeski, Bianka Schmäke, Karsten Knobbe

Renate Adolph

Als Nachrücker für den verstorbenen Genossen Gassmann ist Renate in den Kreistag nachgerückt

Wir wünschen ihr viel Erfolg in dieser Wahlfunktion.

CDU, FDP und Grüne bringen AfD-Mann in Spitzenposition

Mit Hilfe von CDU, FDP und Grünen ist in Hoppegarten ein AfD-Mann zum Stellvertretenden Vorsitzenden der Gemeindevertretung Hoppegarten am 20. Juni gewählt worden. Den Vorsitz erhielt die CDU. Und das, obwohl die Wählerinnen und Wähler bei den jüngsten Kommunalwahlen DIE LINKE mit über 22 Prozent der Stimmen mit Abstand als stärkste Kraft in der Gemeinde bestimmt haben.

Wo bleibt da die Moral der ständig und gerade in diesen Tagen proklamierten Ansprüche von CDU, FDP und Bündnis90/Die Grünen, für Demokratie, Nächstenliebe, Freiheit und Weltoffenheit einzustehen? Die einstigen Bürgerrechtler und Friedensaktivisten sollten sich schämen.

Renate Adolph

Vorsitzende DIE LINKE. Hoppegarten