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Aufgalopp für den Bürgermeister

In der Rennbahngemeinde Hoppegarten tritt Karsten Knobbe (Linkspartei) wieder an. Von Andreas Fritsche

Auf der bereits 1868 eröffneten Galopprennbahn Hoppegarten lassen
sich Familien mit Decke und Picknickkorb auf dem Rasen vor dem
Geläuf nieder, wetten zum Vergnügen bloß mal zwei Euro auf Platz oder Sieg.
Hier ist der Pferdesport nicht ausschließlich eine exklusive Sache.
Nahe des Zieleinlaufs steht jedoch eine Tribüne, zu der nur Publikum mit
einer gesonderten Berechtigung Zutritt hat.
Bürgermeister Karsten Knobbe (LINKE) verfügt über einen der notwendigen
VIP-Pässe. Er hat ihn für seine Verdienste um den Erhalt der denkmalgeschützten
Anlage erhalten und darf Gäste mit hineinnehmen.

Heute hat er den Bürgermeister der badischen Partnergemeinde Iffezhausen
im Schlepptau, schaut aber nur kurz vorbei, weil er noch andere Termine hat.
Denn am 1. September ist Bürgermeisterwahl. Knobbe möchte nach acht
Jahren im Amt in die Verlängerung. Er hat jetzt ständig Termine – und er

hat den Amtsbonus. »Man ist bekannt, man kann Erfolge vorweisen«,
sagt er. Trotzdem wird es kein Kinderspiel für ihn. Die Zusammensetzung der
Bevölkerung ändert sich ständig. 6000 Einwohner zählte die Rennbahngemeinde
vor 25 Jahren, jetzt sind es 19 000. »Das darf man nicht unterschätzen.«
80 Prozent der Zugezogenen stammen aus Berlin, und von denen sind wiederum
80 Prozent aus Ostberlin gekommen, so wie auch Knobbe selbst.
In Hoppegarten lebt die Mittelschicht. »Es sind Familien, die darauf angewiesen sind,
dass beide Eltern arbeiten, um das Häuschen abbezahlen zu können«, beschreibt
der Bürgermeister die vorherrschen de soziale Lage.

Als größtes Problem Hoppegartens, das gerade gelöst werde, nennt Knobbe die
beengten Verhältnisse in den Schulen. Eine Grundschule im Ortsteil Hönow werde
gerade gebaut und soll im November fertig sein. Ein freier Träger stehe bereit, ein
privates Gymnasium aufzumachen. Bislang pendeln die Gymnasiasten aus
Hoppegar nach Neuenhagen. Weil aber auch dort  nicht genug Platz für alle ist,
müssen einige nach Rüdersdorf und Strausberg ausweichen. Das ist kompliziert.
Nach Rüdersdorf dauert es mit öffentlichen Verkehrsmitteln anderthalb Stunden,
mit dem Auto nur 20 Minuten. Karsten Knobbe weiß, wovon er redet – er bringt
seine Tochter deswegen mit dem Auto zum Unterricht.

Es gibt noch viel zu tun. »Wir müssen seniorenfreundlicher werden«, nennt der
Bürgermeister ein Beispiel. Altersgerechte Quartiere sind einige entstanden.
Nun müssten Bordsteine abgesenkt werden, damit die Rentner mit Rollator nicht
vor schwer überwindlichen Hindernissen stehen, wenn sie an die frische Luft gehen.
Auch fehle es an preiswertem Wohnraum für junge Leute. Um diese Dinge will sich
Knobbe kümmern, wenn ihm die Wähler für weitere acht Jahre das Vertrauen
schenken.
Studiert hat er in den 1980er Jahren am Institut für Internationale Beziehungen
in Moskau und in den 1990er Jahren Jura an der Berliner Humboldt-Universität.
Einen eigenen Wahlwerbespot hat Knobbe nicht. Er tritt stattdessen in dem Spot
der Landtagskandidatin Franziska Schneider (LINKE) mit auf.

Bei der Kommunalwahl am 26. Mai verlor die LINKE zwei ihrer acht Mandate in der
Gemeindevertretung von Hoppegarten, ist jedoch stärkste Fraktion geblieben.
Das eröffnet gute Aussichten für die Bürgermeisterwahl am 1. September.
Mitbewerber sind CDU-Fraktionschef Thomas Scherler und für die SPD Kerstin Diettrich,
mit denen Knobbe als Bürgermeister gut zusammenarbeitet, wie er betont.
Knobbe stellt fest, dass er selbst und diese beiden Konkurrenten ihren
Wahlkampf in einem sachlichen Stil führen.

»Es ist beileibe nicht alles schlecht gelaufen für Hoppegarten; wir sind eine der
wohlhabendsten Gemeinden im Landkreis, unsere Kindergärten sind fast alle neu,
wir haben ausreichend Plätze«, lobt CDU-Bewerber Scherler.
Er findet aber auch: »Dennoch gibt es viel zu verbessern, nachzuregulieren und
neu zu bedenken.«

Die SPD-Kandidatin Kerstin Diettrich wohnt zwar im benachbarten Neuenhagen,
nennt Hoppegarten jedoch ihre »zweite Heimat«, weil sie dort die Kita »Kinderkiste«
leitet. Außerdem gibt es noch den von der FDP unterstützten Einzelbewerber
Sven Siebert. Der arbeitet als Kämmerer in der Stadtverwaltung von Eberswalde und
gehörte vor gar nicht langer Zeit noch der CDU an.




 

Interview der Zeitung "Impulse" mit Karsten Knobbe

Karsten Knobbe von der LINKEN stellt sich am 1. September der Wiederwahl zum Bürgermeister von Hoppegarten.

Edgar Nemschok

Lobby sein für alle Schichten

 

Warum ist es wichtig, einen LINKEN an der Spitze einer 
Gemeindeverwaltung zu haben?

Zuallererst ist Kompetenz gefragt. Die habe ich durch meine Studienabschlüsse und die praktische Tätigkeit als Rechtsanwalt mit in das Amt gebracht. Als linker Bürgermeister interessieren mich aber alle Schichten der Bevölkerung, auch diejenigen, die keine Lobby haben, von Sozialhilfeempfängern, alleinstehenden Müttern bis zu den bei uns lebenden Flüchtlingen. 

Welche Erfolge kannst Du nach acht Jahren als Bürgermeister vorweisen?
Natürlich erreicht man nichts alleine, sondern mit vielen ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam.

Während meiner Amtszeit wurden u. a. rund 300 dringend benötigte Kita-Plätze geschaffen. Die neue Gebrüder-Grimm-Grundschule mit Zweifeldturnhalle und Sportplatz in unserer stetig wachsenden Gemeinde ist im Bau. Die Europazentrale der Firma Clinton (Camp David), der Ausbau eines Ärztezentrums, die denkmalgerechte Sanierung des Kaiserbahnhofs Hoppegarten, die Erlangung des Status eines Mittelzentrums sowie zahlreiche kulturelle Projekte kann man dazu zählen. Zu nennen wären ebenfalls die Rathausgalerie seit Dezember 2012, die jährliche Konzerte des Kaliningrader Symphonieorchesters, die Ausrichtung des 15. BRANDENBURGTAGES im September 2016. Ganz wichtig ist mir auch die Unterstützung der Gruppe mach art im Hönower Bürgerverein mit den Reihen „Einfach lesen“, „Einfach sehen“ und „Einfach hören“ zum Beispiel. Bei der Mitinitiierung und -gestaltung des ersten länderübergreifenden Regionalmanagements (Marzahn-Hellersdorf und umliegende Kommunen) zur Stärkung des Wirtschaftsraumes im östlichen Berliner Umland seit 2015 und der “Arbeitsgemeinschaft der Städte und Gemeinden des Berliner Umlands” im Städte- und Gemeindebund Brandenburg seit April 2019 habe ich mich ebenso engagiert.

 

Welche Schwerpunkte siehst Du für eine kommende Amtszeit?

Viele begonnene Projekte möchte ich fortführen und weitere zum Wohle der Einwohner entwickeln. Es muss beispielsweise endlich möglich werden, das Abitur in Hoppegarten abzulegen. Da der Landkreis sich weigert, sein benötigtes staatliches Gymnasium auf einem geeigneten Gelände am S-Bahnhof Hoppegarten zu bauen, soll ein freier Schulträger mit dem Bau des Gymnasiums beauftragt werden. Außerdem, die im Bau befindlichen Klassenräume an der Lenné-Oberschule sollten dauerhaft für die zukünftige schulische Nutzung zur Verfügung stehen. Der Bau einer Mensa und die Erweiterung der Sportfläche auf dem Campus sollten folgen. Seniorensport muss in jedem Ortsteil möglich werden und es wäre wünschenswert, dass sich Hoppegarten mit den anderen Kommunen über den geplanten Bau einer gemeinsamen Schwimmhalle verständigt. 

Du wirst mit einer Gemeindevertretung tätig sein müssen, die von einem CDU-Vorsitzenden und AfD-Stellvertreter geführt wird, obwohl die LINKE Prozent als stärkste Kraft bei den jüngsten Kommunalwahlen gewählt wurde.

Obwohl ich bisher ganz gut überparteilich mit allen Kräften in der Gemeindevertretung zusammengearbeitet habe: Es wird schwieriger werden, notwendige Projekte mehrheitlich durch- und umzusetzen. Ich hoffe, dass der kritische Blick der Bürgerinnen und Bürger auf die Gemeindevertretung hilft, dass nicht Entscheidungen nach Parteibuch oder persönlichen Individualinteressen getroffen werden. Es gibt noch genügend Probleme, die gelöst werden müssen, vom Busverkehr über den weiteren Ausbau der Straßen und Fahrradwege bis zur Verbesserung der Ausstattung der Feuerwehr.

 

Wir wünschen Dir viel Erfolg!

 


Franziska Schneider

Danke an meine Wählerinen und Wähler

Wie sie sicher wissen, reichten die Stimmen für mich und meine Partei nicht für
ein Landttagsmandat für mich  aus.
Ich bedanke mich trotzdem recht herzlich bei all meinen Wählerinnen und
Wählern und verspreche auch  weiterhin aktiv die Positionen der
Partei DIE LINKE zu vertreten.

Franziska Schneider


 


 

Bürger im Gespräch mit Franziska Schneider und Karsten Knobbe

Bei unserem Sommerfest auf dem Rathaushof Hoppegarten am Sonntag, eine Woche vor den Wahlen, nutzten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit zu Gesprächen mit der hiesigen Landtagskandidatin, Franziska Schneider, und dem Bürgermeisterkandidaten und jetzigen Bürgermeister der Gemeinde, Karsten Knobbe. Beide stellen sich am 1. September zur Wahl und warben für eine weitere soziale und nachhaltige Entwicklung des Landes und der Kommune. Dabei erhielten sie Unterstützung von der Landesvorsitzenden der Linkspartei in Brandenburg, Anja Mayer, und der Kreisvorsitzenden ihrer Partei und Kreistagspräsidentin in Märkisch-Oderland, Bettina Fortunato. Singer-Song-Writerin Leona Heine sowie DJ und Sänger, Prabath Rupasinghe sorgten für die musikalische Umrahmung des stimmungsvollen Nachmittags.

 

Renate Adolph

Als Nachrücker für den verstorbenen Genossen Gassmann ist Renate in den Kreistag nachgerückt

Wir wünschen ihr viel Erfolg in dieser Wahlfunktion.

Landtagswahl Brandenburg 2019

Franziska Schneider

Veranstaltungen mit unserer
Direktkandidatin für den Landtag

(hier lesen Sie das Wahlprogramm)

Datum: 12. August 2019, 18 Uhr

Filmveranstaltung "Im inneren Kreis" der BO Woltersdorf und der Roten Hilfe

Über staatliche Spitzel und deren Enttarnung diskutiert mit uns Dr. Volkmar Schöneburg.

Durch den Abend führt Franziska Schneider.

Ort: Alte Schule Woltersdorf, Rudolf-Breitscheid-Str. 27, in Woltersdorf

Datum: 22. August 2019, 18 Uhr

Diskussionabend der BO Erkner
zum NSU-Abschlussbericht im Brandenburger Landtag und dem Sondervotum der Linksfraktion

Referent ist der Obmann des NSU UA im Brandenburger Landtag, Dr. Volkmar Schöneburg.

Durch den Abend führt Franziska Schneider.

Ort: GefAS e.V., Fichtenauer Weg 44, in Erkner

Datum: 25. August 2019, 16-20 Uhr

Wahlkampfabschluss von Karsten Knobbe und Franziska Schneider

Ort: Rathaus Hoppegarten, Lindenallee 14, in Hoppegarten

Datum: 28. August 2019, 19 Uhr

Diskussionabend der BO Neuenhagen
zum Thema Russland mir Kerstin Kaiser

Durch den Abend führt Franziska Schneider.

Ort: Bürgerhaus Neuenhagen, Hauptstraße 2, in Neuenhagen


 


 

CDU, FDP und Grüne bringen AfD-Mann in Spitzenposition

Mit Hilfe von CDU, FDP und Grünen ist in Hoppegarten ein AfD-Mann zum Stellvertretenden Vorsitzenden der Gemeindevertretung Hoppegarten am 20. Juni gewählt worden. Den Vorsitz erhielt die CDU. Und das, obwohl die Wählerinnen und Wähler bei den jüngsten Kommunalwahlen DIE LINKE mit über 22 Prozent der Stimmen mit Abstand als stärkste Kraft in der Gemeinde bestimmt haben.

Wo bleibt da die Moral der ständig und gerade in diesen Tagen proklamierten Ansprüche von CDU, FDP und Bündnis90/Die Grünen, für Demokratie, Nächstenliebe, Freiheit und Weltoffenheit einzustehen? Die einstigen Bürgerrechtler und Friedensaktivisten sollten sich schämen.

Renate Adolph

Vorsitzende DIE LINKE. Hoppegarten