Bilder von der Frauentagsfeier

 

Mit Gerüchten werden Ängste geschürt



Bei vielen Bundesbürgern macht sich zunehmend Angst breit, dass diejenigen, die nun Woche für Woche zu Tausenden mühelos über die Grenze kommen, das Sozialsystem sprengen und den Wohnungs- und Arbeitsmarkt zum Kollabieren bringen … Nach vorsichtigen Schätzungen werden 1,5 Millionen erwartet … Viele fragen sich: Wissen die nicht, dass wir keine Wohnungen und Stellen haben? … In Stuttgart brannte ein Übergangslager bis auf die Grundmauern nieder … Tägliche Schlägereien in Notquartieren … Drangvolle Enge in Turnhallen und Kasernen … Frauen werden sexuell belästigt … Der Bürgermeister im niedersächsischen Rodenberg, Gerd Stille kommt zu dem Schluss: „Wir halten dieser Belastung nicht mehr stand … Hoffentlich wird die Mauer bald wieder dichtgemacht." -

So gab der SPIEGEL im Februar 1990 die Stimmung über den Ansturm von DDR-Bürgern auf Westdeutschland wider. Und mit diesen Zitaten zeigte der politische Kabarettist Max Uthoff in der ZDF-Sendung Die Anstalt vom Oktober 2015, wie mit Vorurteilen und Gerüchten schon vor 25 Jahren Ängste vor dem Fremden geschürt wurden. Wie sich doch die Sprüche gleichen. Heute geht es um Menschen, die vor Krieg und Armut fliehen.



Diese Auszüge bildeten den Auftakt des Treffens des Vereins „alternativen denken“ Anfang November in Strausberg. Vorsitzender Albrecht Maurer verwies darauf, dass mit Halbwahrheiten und Lügen nicht mehr nur der rechte Rand der Gesellschaft bedient werde. Nunmehr mischen AfD und PEGIDA kräftig mit und sind inzwischen mit ihren Hetzparolen in die Mitte der Bevölkerung vorgedrungen, die sich zunehmend radikalisiert. Vielen fremdenfeindlichen Gerüchten werde geglaubt. Es gebe starke nationalsozialistische Tendenzen in der BRD, schätzte er ein.

Die Landtagsabgeordnete Kerstin Kaiser berichtete von den erschreckenden Auslassungen der Vorsitzenden der AfD, Frauke Petry, kürzlich in Neuenhagen. Dabei wurden sozial Schwache gegen Asylsuchende ausgespielt sowie Errungenschaften des Gemeinwesens als bedroht dargestellt. Das Grundgesetz mit seinen Sozial- und Asylrechten müsse laut Petry abgeschafft werden.

Kerstin Kaiser hielt dagegen, dass in der Bundesrepublik seit Jahrzehnten systematisch Sozialabbau betrieben werde. Die Finanz-, Arbeitsmarkt- und Bildungskrise haben nicht Flüchtlinge verursacht. Rechte Gruppierungen seien angesichts des seit Jahrzehnten zunehmenden Sozialabbaus gewachsen.



Wer Kriege säht, erntet Flüchtlinge

In der sehr emotionalen Diskussion an diesem Abend unterstrich Lutz Amsel, 1. Beigeordneter des Landrates MOL, wie wichtig es ist, sich den populistischen Verdrehungen von Tatsachen entgegenzustellen und für demokratische Positionen zu werben, auch in der Familie und im Freundeskreis. Zuwanderung bedeute schließlich auch Chancen, was beispielsweise das Weiterbestehen der Schule in Golzow dank der Aufnahme von Flüchtlingskindern zeige. Dass Menschen zu uns kommen müssen, sei schließlich auch der Außen- und Wirtschaftspolitik der Bundesrepublik Deutschland geschuldet.

Mehrere Teilnehmer betonten, dass mit aktiver Hilfe für Asylbewerber zum Beispiel in Willkommensgruppen am besten ein deutliches Zeichen gegen Fremdenhass und Feindbilder gesetzt werde.



Renate Adolph

 












Gelebte Willkommenskultur in Hoppegarten

Es ist Samstagabend. Der Gemeindesaal Hoppegarten und das Foyer sind voller Menschen. Schätzungsweise 250 Gäste auch aus umliegenden Gemeinden und viele Asylbewerber sind an diesem 7. November zum Benefizkonzert für Flüchtlinge gekommen. Die Idee hatte der Neuenhagener Musiker Michael Franke, der das Konzert schließlich gemeinsam mit dem Lions Club Altlandsberg und mit Unterstützung der Gemeinde Hoppegarten organisiert hat. Auch der Schirmherr der interkulturellen Veranstaltung, Bürgermeister Karsten Knobbe, ist sichtlich erfreut über die große Resonanz.

Ein Buffet von der Süßen Ecke Neuenhagen ist aufgebaut. Überall sieht man fröhliche Gesichter. Herzliche Gespräche werden geführt, auch mit vielerlei Gesten. Einige Flüchtlinge sprechen bereits sehr gut Deutsch. Andere erlernen die Sprache zurzeit mit Unterstützung ehrenamtlicher Deutschlehrer*innen. Manche sprechen Englisch, andere Russisch. Und selbst wenn man die Sprachen nicht versteht, mit einem Lächeln und mit guter Laune wird man hier gut verstanden.

Viele Besucher wiegen sich im Rhythmus der Live-Musik. Es spielen das Jazzprojekt Neuenhagen und die Rock-Formation Big Gouverment. Später folgt eine junge Gruppe aus Berlin namens „give me a paper“, deren Texte in mehreren Sprachen kombiniert sind. Die internationale Besetzung spiegelt den ganz eigenen Musikstil der Band wider, der super beim Publikum ankommt. Schließlich werden Stühle beiseite gestellt. Es wird ausgelassen getanzt. Die Syrer beginnen mit traditionellen temperamentvollen Schritten im Kreis zum rhythmischen Klatschen der Umstehenden. Sie lassen es sich nicht nehmen, zum Mitmachen zu animieren, und so sieht man kurzerhand auch Karsten Knobbe auf der Tanzfläche. Die Besucher*innen sind begeistert.

860 Euro enthielt zum Abschluss die Spendenbox. „Das Geld ist für minderjährige Alleinreisende vorgesehen", sagt Michael Frank. Es würde für sie einiges an Lehr- und Lernmaterial gebraucht.

Danke, Ihr seid wie eine zweite Familie!

Ein aus Syrien geflüchteter Arzt, der seit fast einem Jahr in Hoppegarten lebt und während der Veranstaltung das Dolmetschen auf Syrisch übernimmt, sagt dem Saalpublikum auf Deutsch: „Ihr seid wie eine zweite Familie. Danke Deutschland.“

Die Willkommenskultur in Hoppegarten von Haupt- und Ehrenamtlichen kann sich sehen lassen. Viele Menschen leisten hier täglich eine tolle Arbeit, um aus Fremden Freunde zu machen. Die Integration ins alltägliche Leben funktioniert gut, auch nachdem die bis August bestehende Übergangsunterbringung aufgelöst wurde. Neue Asylsuchende sind inzwischen angekommen. Mittlerweile konnten einige Flüchtlingsfamilien sogar Wohnungen beziehen. Für sie wurden fleißig Möbel gesammelt. Das Konzept der dezentralen Unterbringung wird seit Jahren von Initiativen und Unterstützer*innen gefordert, findet jedoch viel zu selten Umsetzung.

Mir bleibt zu sagen: Danke an alle, die mithelfen, dass Willkommenskultur hier wirklich gelebt wird. Es ist ein Abend, der mehr als nur eine Wiederholung Wert ist.



Julia Schlenker

 




»Früher wurden Militärputsche unterstützt«

»Es gibt zwei Wege, eine Nation zu erobern und zu versklaven. Der eine ist durch
das Schwert, der andere durch Verschuldung.«

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Warum gab es keine Einigung zwischen der griechischen Regierung und den Institutionen?

 

Euclid Tsakalotos,

Stellvertretender Außenminister

Koordinator des Verhandlungsteams

Es ist unwahrscheinlich, dass der Zusammenbruch von Verhandlungen jemals nur einen Grund hat. Das gilt insbesondere dann, wenn wie im Falle der griechischen Regierung, wir mit drei Institutionen verhandelt haben, die nicht immer auf die erwünschten Details jedes Abkommens schauten, geschweige denn die weiteren strategischen Fragen im Blick haben, wie die, ob die griechischen Schulden tragbar sind und eine Umstrukturierung benötigen. Alle Seiten haben behauptet, ein Höchstmaß an Flexibilität gezeigt zu haben, um eine Einigung zu erzielen. Leider ist diese Behauptung in Hinblick auf die Verhandlungshaltung der Institutionen schwerlich haltbar.

 

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Gegen das Dublin-Verfahren ==> Stiller Protest

WO:             S-Bahnhof Hoppegarten
WANN:        06:00 Uhr – 22:00 Uhr
WER:          Die syrischen Flüchtlinge aus der Gemeinschaftsunterkunft

                  im Hotel Hoppegarten


Wir Syrer in Deutschland bedanken uns bei der Regierung und dem
Volk und allen Organisationen die Flüchtlinge retten. Wir sind vor der
Hölle, Tötung, Zerstörung und dem Krieg in Syrien geflüchtet
(Tragödie des 21. Jahrhunderts).

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Ein Hoch auf die Frauen!

Immer um den 8. März herum werden Frauen und Mädchen besonders gewürdigt. Blumen werden überreicht, auf ihr Wohl angestoßen und ihre Bedeutung hervorgehoben. Und das ganz zu Recht.

Es ist eine gute Tradition der Linken, den Internationalen Frauentag feierlich zu begehen. In Hoppegarten lud DIE LINKE zu ihrer traditionellen Feier mit Gesprächen bei Kaffee, Kuchen und roten Rosen ins Haus der Generationen ein. Die rund 60 Gäste erlebten einen schönen Nachmittag umrahmt mit nachdenklichen und fröhlichen Liedern der Interpreten Kerstin Kaiser und Frank Viehweg. Ortsvorsitzende Renate Adolph erinnerte daran, dass der Ehrentag für die Frauen auf eine Initiative der deutschen Sozialistin Clara Zetkin im Jahr 1910 auf der II. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen zurückgeht.

Damals stritten engagierte Frauen für die Einführung eines Frauenwahlrechts sowie darum, die prekäre Situation der Frauen insgesamt auf die Tagesordnung zu setzen. 1911 wurde der Internationale Frauentag erstmalig in Deutschland, Dänemark, Österreich-Ungarn, der Schweiz und in den USA begangen. Immer mehr Länder schlossen sich in den folgenden Jahren an. Besonders an diesem Tag werden weltweit die Rechte für Gleichberechtigung eingefordert.

Zugleich wird der Ehrentag als ein Kampftag für den Frieden begangen. Schließlich war Clara Zetkin nicht nur eine Frauenrechtlerin. Zugleich kämpfte sie stets für die Erhaltung des Frieden am Beginn eines Jahrhunderts, in dem zwei Weltkriege entbrannten.

1977 hat die UNO den 8. März offiziell zum Weltfrauentag erklärt.

Auch wenn im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland die Rechte der Frauen verankert sind. Mehr als hundert Jahre nach dem ersten Frauentag ist Deutschland von einer wirklichen Gleichstellung noch immer weit entfernt.

Frauen verdienen durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer.

Zwei Drittel der Vollzeitbeschäftigten mit niedrigem Einkommen sind weiblich.

Die erdrückende Mehrheit in Minijobs und Teilzeit sind Frauen.

Mehr als 20 Prozent der Frauen sind von Armut bedroht.

Es sei weiterhin notwendig, für ihre Rechte einzutreten.